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19.09.2016 | IREHA | Klinikprojekte

Selbsthilfegruppe „Schmerzhilfe Herford“

Auftaktveranstaltung Treffen Selbsthilfegruppen in Berolina Klinik

Die Berolina Klinik kooperiert mit regionalen Selbsthilfegruppen, um die Vorteile der Selbsthilfe bekannter zu machen. Dieser Artikel ist einer von mehreren Selbstdarstellungen unserer Selbsthilfekooperationspartner.

Die Schmerzhilfe Herford ist eine Selbsthilfegruppe für chronisch schmerzkranke Menschen. Unsere Selbsthilfegruppe wurde im Jahr 2005 gegründet. Die Schmerztherapeuten Dr. med. Buschmann und Dr. med. von Glinski in der Praxisklinik Herford ermunterten ihre Patientin Frau Kerstingjohänner dazu, eine Selbsthilfegruppe für chronisch schmerzkranke Menschen zu gründen. Der Gruppe gehörten anfangs fünf Mitglieder an, bis heute ist sie auf ca. 30 chronische Schmerzpatienten angewachsen. Es besteht eine gute Mischung aus älteren, mittelalten und jüngeren Schmerzpatienten mit unterschiedlichster Krankheitsgeschichte.

Unsere Mitglieder leiden alle unter sehr starken bis stärksten Schmerzen. Die Ursachen sind häufig Wirbelsäulenerkrankungen, Fibromyalgie, Trigeminusneuralgie, Migräne oder die spinale Muskelatrophie. Die Behandlungsformen reichen von der Behandlung mit Medikamenten bis hin zur Implantation von Morphinpumpen und Schmerzschrittmachern.

Allen gemeinsam ist, dass der Schmerz chronisch geworden ist und sich bei uns allen das sogenannte Schmerzgedächtnis ausgebildet hat. Der Schmerz kann allenfalls noch gelindert werden, er besteht unabhängig von seiner ursprünglichen Ursache weiter.

Der Austausch unterschiedlicher Erfahrungen ist daher für uns sehr wichtig.

Zweimal im Monat treffen wir uns im Bürgerzentrum der Stadt Herford, dem Haus unter den Linden, zu unseren Gruppenabenden von jeweils 1,5 Stunden Dauer. Wir setzen uns in unserer Selbsthilfegruppe neue Ziele, um eine bessere Schmerzbewältigung, mehr Lebensqualität und auch wieder mehr Lebensfreude zu erreichen. Bei uns in der Selbsthilfegruppe findet der Schmerzpatient neue Wege hierzu. Er macht die Erfahrung, dass man ihm zuhört und ihn versteht, ihn ernst nimmt und mit all seinen Schwierigkeiten akzeptiert. In der Gruppe erfährt er Anteilnahme, Verständnis und Solidarität, das allein führt für ihn schon zu einer spürbaren Entlastung, es findet ein wechselseitiges Nehmen und Geben statt. 

Das Miteinander in der Gruppe ist besonders wichtig; jeder bringt Erfahrungen mit, jeder hat eigene Bewältigungsstrategien entwickelt, um mit seinem Schmerz besser fertig zu werden. Diese gibt er hier in der Gruppe an andere weiter.

„Was wir allein nicht schaffen, das schaffen wir zusammen.“ Dieser Satz hat sich zu unserem Leitspruch entwickelt. Der Schmerzpatient findet bei uns neue Kontakte, er überwindet seine Isolation, er erfährt Hilfe in Rat und Tat. Unsere Gruppe ist stets auch für Angehörige offen. Diese hören in der Gruppe dann oft von Problemen einzelner Gruppenmitglieder und davon, wie diese mit ihren Problemen fertig geworden sind. Diese Lösungen können Angehörige von Schmerzpatienten dann oft auch für sich verwerten.

Die Diskussion in der Gruppe ist das, was den Mitgliedern am meisten hilft. Niemand braucht sich für seine Schmerzen und die daraus resultierenden Einschränkungen zu rechtfertigen, auch wenn die anderen ganz andere Schmerzprobleme haben. Hier wird die Gruppe aktiv, das Zuhören, Verstehen und Anregen durch eigene Erfahrungen nimmt einen großen Raum ein. Dabei ist die Verschwiegenheit nach außen gesichert. Doch auch gemeinsame Aktivitäten wie Frühstück, Eis essen oder Pfannkuchen essen sind angesagt. Ein Weihnachtsessen verbunden mit einer kleinen Weihnachtsfeier beschließt das Jahr. All diese Aktivitäten lenken die Schmerzkranken ein wenig von ihren Beschwerden ab. 

Mehrmals im Jahr laden wir Ärzte, Apotheker, Physiotherapeuten, Juristen u. a. zu Vorträgen ein. Auch Vorträge über andere interessante Themen, die Schmerzkranke betreffen, finden statt, um deren Horizont zu erweitern und ihnen vielleicht noch weiter zu helfen. Ein jährlicher ganztägiger Ausflug zu einer Schmerzklinik verbunden mit einem Arztvortrag und einer Führung durch die jeweilige Klinik dient der Information über aktuelle Möglichkeiten der Schmerzbehandlung. 

Interessierte finden uns über die Herforder Zeitungen, unsere Ankündigungen von Vorträgen in der Presse und durch Plakate, die wir kreisweit aufhängen, das Programm des „Haus unter den Linden“, unseren Flyer, der in Krankenhäusern, Praxen, Apotheken und bei Krankenkassen ausliegt sowie über das Selbsthilfebüro Herford und die Deutsche Schmerzliga e. V. , in der viele aus unserer Gruppe Mitglied sind. Interessenten können die Ansprechpartner der Gruppe anrufen oder auch spontan zu einem unserer Treffen erscheinen. 

Jeder chronisch Schmerzkranke ist willkommen und bekommt Gelegenheit, seine Geschichte zu erzählen! Gern sind wir auch bereit, bei Interesse von Kliniken oder Ärzten unsere Gruppe dort im Rahmen eines Gespräches oder auch eines Vortrages vorzustellen.

Autoren: Manfred Wessel, Bettina Niemann


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