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26.03.2016 | IREHA | Klinikprojekte

Die selbsthilfefreundliche Berolina Klinik kommt mit großen Schritten voran

Prof. Scott Stock Gissendanner, Wissenschaftler i. Ärztlichen Dienst Berolina Klinik
Melanie Schumann, Leiterin Sozialberatung Berolina Klinik
Marion Schwarze, QMB Berolina Klinik u. Lielje Gruppe
Rolf Süllwold, Chefarzt Psychosomatik Berolina Klinik

Die Berolina Klinik ist seit 2015 Mitglied im Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen, jetzt angesiedelt bei der NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen).

Das Netzwerk verleiht die Auszeichnung „Selbsthilfefreundliche Gesundheitseinrichtung“ u. a. an Rehabilitationskliniken, die Strukturen und Prozesse für die Selbsthilfearbeit ihrer Rehabilitandinnen und Rehabilitanden sowie die Arbeit der Selbsthilfegruppen bei ihnen vor Ort unterstützen. Im ersten Quartal 2016 hat die Berolina Klinik angefangen, spezielle Maßnahmen in fünf vorgegebenen Qualitätsbereichen (s. u.) der Auszeichnung zu erarbeiten und umzusetzen. Partner in diesem Prozess sind ca. zwölf Selbsthilfeaktive aus der Region sowie Iris Busse von der Selbsthilfe-Kontaktstelle PariSozial Minden-Lübbecke/Herford. Zusammen mit Mitarbeitern aus allen Berufsgruppen der Berolina Klinik bilden sie den Qualitätszirkel „Selbsthilfefreundliche Berolina Klinik“.

Beteiligt sind:

  • Selbsthilfegruppe Gesprächskreis Lebensfreude
  • Angst-Selbsthilfegruppe Minden
  • Licht am Horizont - Hilfe zur Selbsthilfe für Frauen mit Depressionen und Ängsten
  • Selbsthilfegruppe Migräne Herford
  • ANIMA
  • AN-SE-BO Angstselbsthilfe Bad Oeynhausen
  • Selbsthilfegruppe Sonnenblume Detmold
  • Schmerzhilfe Herford
  • Schizophrenie-Selbsthilfegruppe Löhne
  • Fibromyalgie-Selbsthilfegruppe Löhne/Bad Oeynhausen
  • Dt. Parkinson-Vereinigung Herford/Bad Salzuflen

Die neuen Schizophrenie-Selbsthilfegruppen für Betroffene und Angehörige sowie die Fibromyalgie-Selbsthilfegruppe Löhne/Bad Oeynhausen treffen sich mittlerweile in den Räumen der Berolina Klinik und arbeiten auch im Qualitätszirkel aktiv mit. In nur vier Treffen des Qualitätszirkels wurden 28 realistische, sinnvolle und überwiegend kostenneutrale Einzelmaßnahmen für fünf Qualitätskriterien entwickelt. Diese Maßnahmen wurden der Klinikleitung schriftlich vorgelegt. Die einzelnen Qualitätskriterien sind im Folgenden mit einigen Beispielmaßnahmen aufgeführt:

  1. Die Rehabilitationseinrichtung informiert Patienten bzw. deren Angehörige an zentralen Stellen in ihren Räumen und in ihren Medien über den Stellenwert der Selbsthilfe in der Rehabilitation und über ihre Zusammenarbeit mit indikationsbezogenen Selbsthilfegruppen/-organisationen. Beispiel: Die Berolina Klinik bringt einen Flyer zum Thema Selbsthilfe heraus.
  2. Die Patientin/der Patient bzw. dessen Angehörige werden während der Rehabilitationsmaßnahme regelhaft und persönlich auf die Möglichkeit zur Teilnahme an einer für sie geeigneten Selbsthilfegruppe hingewiesen. Beispiel: Im Aufnahmefragebogen, der von allen Patienten vor Rehabiliationsbeginn ausgefüllt wird, wird explizit gefragt, ob man schon in der Selbsthilfe aktiv ist.
  3. Die Rehabilitationseinrichtung benennt für die Selbsthilfe einen Ansprechpartner und macht diese Person bei Patienten und Mitarbeitern bekannt.
    Beispiel: Die Aufgabenbeschreibung des Selbsthilfebeauftragten wird in das QM-Handbuch aufgenommen.
  4. Mitarbeiter der Rehabilitationseinrichtung sind zum Thema Selbsthilfe allgemein und hinsichtlich der häufigsten in der Einrichtung vorkommenden Erkrankungen qualifiziert.
    Beispiel: Das Thema Selbsthilfe wird in den Vordruck für die Mitarbeiter–Vorgesetzten-Gespräche aufgenommen.
  5. Rehabilitationseinrichtung und Selbsthilfe treffen konkrete Vereinbarungen zur Zusammenarbeit und zum regelmäßigen Austausch.
    Beispiel: Der Qualitätszirkel „Selbsthilfefreundliche Berolina Klinik“ trifft sich fortlaufend einmal jährlich.

2016 trifft sich der Qualitätszirkel noch ein letztes Mal, um die bis dahin umgesetzten Maßnahmen einzeln zu bewerten, ggf. weitere Maßnahmen vorzuschlagen und eine abschließende Empfehlung zur Auszeichnung als Selbsthilfefreundliche Klinik auszusprechen.
 


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