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02.04.2018 | IREHA | Klinikprojekte | Berolina Klinik

Chronischer Kopfschmerz/Migräne

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Schmerzsyndromen weltweit [1]. Fast jeder Mensch hat sie zumindest für kurze Zeit schon einmal erlebt, aber für manche Menschen sind sie ein unwillkommener chronischer Begleiter. Die International Headache Society unterscheidet bei Kopfschmerztypen je nach Häufigkeit der Symptome zwischen episodischem (< 15 Schmerztage pro Monat) und chronischem (15 oder mehr Tage pro Monat) Kopfschmerz. Die am häufigsten auftretenden chronischen Kopfschmerzen sind die Migräne und der Kopfschmerz vom Spannungstyp. In der bisher größten epidemiologischen Kopfschmerz-Studie in Deutschland berichteten 55,5 % der Befragten von episodischen Kopfschmerzen von einer der beiden genannten Arten in den vergangenen zwölf Monaten; bei chronischem Kopfschmerz liegt die geschätzte Häufigkeit bei 2,6 % der erwachsenen Bevölkerung [2].

Bei chronischen Kopfschmerzen sinkt nicht nur die Lebensqualität enorm, auch die Arbeitsfähigkeit wird ernsthaft gefährdet [2]. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört die Migräne weltweit sogar zu den zwanzig Erkrankungen mit der stärksten funktionellen Beeinträchtigung [1].

Nach der Altersdemenz und dem Schlaganfall verursachen die Migräne- und Kopfschmerzbehandlung die höchsten direkten und indirekten sozialmedizinischen Kosten [3]. Die Migräne ist die häufigste neurologische Erkrankung [4] und ein arbeitsmedizinisches Problem ersten Ranges. Die geschätzten jährlichen indirekten Kosten der Migränebehandlung alleine betragen 6,2 Milliarden Euro, davon 3,6 Milliarden Euro für die Abwesenheitstage (4 Tage/Jahr) und 2,6 Milliarden Euro für die Tage mit Leistungseinschränkung (2,9 Tage/Jahr) [5].

Die Berolina Klinik in Löhne ist eine der wenigen Rehabilitationskliniken in Deutschland, die einen ihrer Behandlungsschwerpunkte auf die stationäre Therapie von Kopfschmerzen und Migräne gelegt hat. Auch für diese Indikation empfiehlt die aktuelle entsprechende wissenschaftliche Leitlinie einen Behandlungsansatz mit einer psychotherapeutischen und einer somatischen Komponente [6]. Das Konzept der Berolina Klinik beinhaltet daher die folgenden Module: Psychotherapie als Einzeltherapie und in der Gruppe, Vermittlung ausführlicher Informationen über die Erkrankung, aber auch über Selbsthilfe, (Anpassung der) medikamentöse(n) Therapie der chronischen Kopfschmerzsymptomatik, Entspannungsverfahren wie Progressive Muskelrelaxation, Qigong und Autogenes Training, Biofeedback, körperwahrnehmende Bewegungstherapie (z. B. Feldenkrais) sowie Sport- und Bewegungstherapie.

 
http://www.berolinaklinik.de/ireha-fachportal/klinikprojekte/klinikprojekt/die-aktuelle-leitlinie-therapie-der-migraene-der-deutschen-gesellschaft-fuer-neurologie/

Literatur:

[1] Murray C, Lopez A. 1992. The Global Burden of Disease (Summary). Geneva: World Health Organization.

[2] Yoon MS, Katsarava Z, Obermann M, Fritsche G, Oezyurt M, Kaesewinkel K et al. 2012. Prevalence of primary headaches in Germany: results of the German Headache Consortium Study. J Headache Pain 13: 215-23.

[3] Göbel H, Buschmann P, Heinze A, Heinze-Kuhn K. 2000. Epidemiologie und sozioökonomische Konsequenzen von Migräne und Kopfschmerzerkrankungen. Versicherungsmedizin 52: 19-23.

[4] Vetter C. 2003. Migräne: Hohe Komorbidität bei psychiatrischen Erkrankungen. Deutsches Ärzteblatt PP 2: 521-2.

[5] Neubauer G, Ujlaky R. 2002. Migräne - eine Volkskrankheit und ihre Kosten. Pharmazie in unserer Zeit 31: 494-7.

[6] Kommission "Leitlinien" der DGN (Hrsg.). 2012. Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Stuttgart: Thieme.

 

 


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