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26.09.2015 | IREHA | Klinikprojekte

Berolina Klinik setzt neue Standards für die Selbsthilfefreundlichkeit

Auftakt zur engeren Zusammenarbeit mit regionaler Selbsthilfe am 24. September 2015

Iris Busse, Dipl.-Sozialpädagogin, PariSozial Minden-Lübbecke/Herford, Selbsthilfe-Kontaktstelle Minden-Lübbecke
Prof. Scott Stock Gissendanner, Wissenschaftler i. Ärztlichen Dienst Berolina Klinik
Prof. Dr. med. Gerhard Schmid-Ott, Ärztlicher Driektor Berolina Klinik

Der Erfolg der stationären medizinischen Rehabilitation hängt zum großen Teil von der Qualität der Nachsorge ab. Rehabilitandinnen und Rehabilitanden sollen zunächst durch eine multimodale medizinische Behandlung in die Lage versetzt werden, die eigene Gesundheit selbstständig besser zu schützen, und zwar nachhaltig. Diese Form der Eigenverantwortung ist also die wichtigste Form der Selbsthilfe, die funktioniert jedoch nur, wenn ausreichend Unterstützung durch ein soziales Netzwerk sicher ist. In diesem Kontext spielen Selbsthilfegruppen für viele Rehabilitandinnen und Rehabilitanden eine wichtige und in einigen Fällen sogar eine entscheidende Rolle. Selbsthilfegruppen bieten die Chance des Austausches und der emotionalen Unterstützung zwischen Menschen mit ähnlichen Erfahrungen. Viele Menschen erfahren erst in Therapiegruppen während der psychosomatischen Rehabilitation, dass sie von Mitbetroffenen eine wertvolle emotionale Unterstützung und die Sicherheit, nicht mit den Problemen allein zu sein, erhalten. Zu Hause kann diese Unterstützung in einer Selbsthilfegruppe langfristig gesichert werden. Die Verknüpfung von medizinischer Rehabilitation und Nachsorge durch Selbsthilfe ist allerdings nicht institutionell gesichert. Sie wird sogar oft erschwert durch die historisch gewachsene (und medizinisch durchaus sinnvolle) Praxis, in der eine stationäre medizinische Rehabilitation in heimatentfernten Orten stattfindet.

An dieser Stelle setzt ein neues Qualitätssicherungskonzept des Netzwerks Selbsthilfefreundlichkeit an (siehe: www.selbsthilfefreundlichkeit.de). Das Netzwerk verleiht die Auszeichnung „Selbsthilfefreundliche Gesundheitseinrichtung“ an Rehabilitationskliniken, die Strukturen und Prozesse für die Unterstützung der Selbsthilfearbeit ihrer Rehabilitandinnen und Rehabilitanden sowie der Arbeit der Selbsthilfegruppen bei ihnen vor Ort institutionell einrichten. 2014 hat die Berolina Klinik beschlossen, Mitglied im Netzwerk zu werden und die Kriterien einer Auszeichnung zu erfüllen.

Am 24. September 2015 veranstaltete die Berolina Klinik eine Auftaktveranstaltung zur "Selbsthilfefreundlichen Gesundheitseinrichtung".  Mitgestaltet wurde die Veranstaltung durch Iris Busse, Dipl.-Sozialpädagogin und Mentorin für Selbsthilfefreundlichkeit der Selbsthilfe-Kontaktstelle in Minden-Lübbecke und des Paritätischen Selbsthilfe-Büros Herford. Teilgenommen haben zehn Vertreter/Innen von acht regionalen Selbsthilfegruppen für Menschen mit Krankheitsbildern, die denen ähnlich sind, die in der Berolina Klinik behandelt werden.

Das Treffen war der Auftakt zu einer engeren künftigen Zusammenarbeit zwischen Selbsthilfe-Kontaktstelle, Klinik und Selbsthilfegruppen. In sechs weiteren Sitzungen, die 2015 und 2016 stattfinden, wirken die Teilnehmenden aktiv mit und erarbeiten verbindliche Ziele und geeignete Maßnahmen für folgende Qualitätskriterien:

  • Selbstdarstellung der Selbsthilfe ermöglichen,
  • Rehabilitandinnen und Rehabilitanden auf die Vorteile und Möglichkeiten der Selbsthilfe hinweisen,
  • Selbsthilfe-Ansprechpartner in der Klinik benennen,
  • KlinikmitarbeiterInnen zum Thema Selbsthilfe qualifizieren
  • Kooperation und Austausch verfestigen.

Bei den regelmäßigen Treffen wirken die Mitglieder des internen Klinik-Steuerkreises, in der alle Berufsgruppen der Klinik vertreten sind sowie die festen Mitglieder des externen Qualitätszirkels mit. Im Qualitätszirkel ist auch Frau Busse von der Selbsthilfe-Kontaktstelle sowie die o. g. VertreterInnen von Selbsthilfegruppen beteiligt. Das erste inhaltliche Treffen findet am 26. Oktober 2015 in der Berolina Klinik statt.

Es können noch weitere Selbsthilfegrupppen mitwirken. Bitte kontaktieren Sie baldmöglichst den Selbsthilfebeauftragten der Klinik Herrn Professor Scott Stock Gissendanner:s.stockgissendanner@uglielje.de oder telefonisch unter: 05731 782151.    

Prof. Scott Stock Gissendanner, Dipl.-Pädagogin Iris Busse


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