Zur Navigation - Zum Inhalt

Inhalt

22.09.2014 | IREHA | Klinikprojekte

Service in einer Klinik…mehr als nur das Essen servieren

Serviceteam der Berolina Klinik

Hallo, wir sind das Service-Team der Berolina Klinik. Es gehören zurzeit 18 Serviererinnen zu unserem Team. Wir arbeiten in zwei Speisesälen, was ein Höchstmaß an Koordination benötigt.  Wir möchten Ihnen mit diesem Beitrag unser Berufsbild sowie die vielfältigen Tätigkeiten, die zu unserem täglichen Aufgabengebiet gehören, vorstellen und würden uns natürlich freuen, wenn dies ein Stück weit Anerkennung findet. Der Arbeitstag beginnt an jedem Morgen um 6:00 Uhr und endet um 20:00 Uhr am Abend, an sieben Tagen in der Woche und an 365 Tagen im Jahr. Um diesen Zeitraum abdecken zu können, arbeiten wir in unterschiedlichen Schichten, was von jeder von uns ein gewisses Maß an Flexibilität voraussetzt. Insbesondere wenn eine Kollegin ausfällt, ist eine zeitnahe Vertretungsregelung zu gewährleisten. Dies bedeutet dann u. U., dass eine Kollegin auf ihr eigentliches "Frei" verzichten muss. Die Arbeit ist mit einer Mitarbeiterin weniger nicht zu schaffen…da haben wir keinen Spielraum, denn die Arbeiten müssen immer dem Zeitplan entsprechend erledigt werden, damit unsere Patienten pünktlich ihre Mahlzeiten einnehmen können.
Entgegen der Meinung vieler sind wir nicht nur diejenigen, die den Patienten das Mittagessen am Tisch servieren und anschließend die leeren Teller in die Spülküche bringen - nein, unser Aufgabengebiet umfasst noch viele weitere Tätigkeiten:
So sorgen wir auch dafür, dass die Buffets am Morgen und zum Abendessen immer genügend bestückt sind, damit auch die Patienten, die am spätesten kommen, noch dieselbe Auswahl an Speisen vorfinden.
Bei allen Mahlzeiten sind wir verantwortlich dafür, dass jeder das von ihm bestellte Menü bekommt, insbesondere die Patienten mit Sonderkostverordnungen, wie z. B. Schonkost, glukosefreie, cholesterinfreie, purinarme Kost bzw. speziell zubereitete Mahlzeiten bei diversen Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien!

Nach der Mahlzeit ist vor der Mahlzeit!
Die Tische müssen zeitnah abgeräumt, gesäubert und neu eingedeckt werden. Das Buffet ist zu reinigen und für die nächste Auslage vorzubereiten. Zwischen diesen Arbeiten muss natürlich auch das benutzte und inzwischen gereinigte Besteck durch Nachpolieren aufbereitet werden.

All dies geschieht in einem Zeitfenster von 60 Minuten mit zwei bis drei Serviererinnen. Feste Arbeitsabläufe und ein funktionierendes „Hand in Hand“-Arbeiten sind somit unerlässlich für diese Aufgaben, die der Gast im Speisesaal eigentlich gar nicht oder nur selten wahrnimmt.

Diese Arbeitsgänge wiederholen sich nach jeder Mahlzeit, denn unsere Patienten sollen sich ja hier bei uns wohlfühlen. Wir unterstützen sicherlich bei einigen auch deren Genesung, denn sie können sich, und das kommt recht häufig vor, täglich vier Stunden im Speisesaal aufhalten. Es findet dort mehr statt, als nur das gemeinsame Essen. Besonders für den Bereich Psychosomatik sind die Gespräche am Tisch untereinander für die Patienten sehr wichtig. Erfahrungen werden ausgetauscht, Probleme thematisiert oder auch gemeinsame Freizeitaktivitäten geplant.

Oftmals kommt es vor, dass die Patienten nicht den gewünschten Anschluss finden, um ein Gespräch zu führen. In diesen Fällen bringen sie uns Serviererinnen viel Vertrauen entgegen und berichten uns von ihren Sorgen und Nöten. Wir sind keine Therapeuten und sollten den Patienten keine medizinischen Ratschläge oder andere Empfehlungen geben, aber in einer solchen Situation aufmerksam zuhören können, geduldig, annehmend einfühlsam und selbstverständlich diskret sein. Als Ansprechpartner da zu sein, stellt schon eine große Hilfe für die Patienten dar. Die Patienten danken uns dies oftmals mit lieben Worten am nächsten Tag oder einem schriftlichen Dankeschön am Abreisetag, dem auch häufig eine süße Kleinigkeit beigefügt ist.

Das jährliche Sommerfest der Klinik, zu dem auch ehemalige Patienten eingeladen werden, stellt jedes Mal einen Höhepunkt für diese dar. Auch wir freuen uns ehemalige Gäste wieder zu sehen und ganz besonders, wenn diese uns umarmen und noch einmal für alles danken – ein sehr schönes Erlebnis!

Uns allen bereiten die Arbeit und der tägliche Kontakt mit Menschen sehr viel Spaß. Bleibt zu hoffen, dass unser Berufsbild in Zeiten des elektronischen Fortschritts nicht irgendwann durch Chipkarten oder automatisierte Bedienung ersetzt wird. Dann würde nach unserer Meinung ein wichtiges Stück Menschlichkeit in der Klinik verloren gehen.


Abteilung Service der Berollina Klinik, unter Mitwirkung von Marion Schwarze, QMB der Berolina Klinik u. der Lielje Gruppe


Drucken