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23.09.2012 | IREHA | Klinikprojekte

Pflegedienst-Führungswechsel in der Berolina Klinik richtet den Blick auf die Pflege im Wandel

Gordana Milutinovic, PDL Berolina Klinik
Prof. Dr. Scott Stock Gissendanner, Wissenschaftler im Ärztlichen Dienst Berolina Klinik
Marion Schwarze, QMB Berolina Klinik und Lielje Gruppe
Suzanne Morshuis, Oberärztin Berolina Klinik
Rolf Süllwold, Chefarzt Psychosomatik Berolina Klinik
Prof. Dr. med. Gerhard Schmid-Ott, Ärztlicher Direktor Berolina Klinik

Nach ihrem letzten Arbeitstag am 31.08.2012 ging Schwester Gisela Reinery, Pflegedienstleiterin der Berolina Klinik, in den wohlverdienten Ruhestand. Frau Reinery wurde 1985 Mitglied des Pflegedienstes und übernahm die Leitung ein Jahr später. Geboren in Lünen bei Dortmund und ausgebildet in den Dortmunder städtischen Kliniken, führte sie den Pflegedienst der Berolina Klinik mit sicherer Hand durch eine bewegte Zeit des Wandels in der Pflege. Unter Frau Reinerys Leitung erarbeitete der Pflegedienst eine anspruchsvolle Antwort auf den „Paradigmenwechsel“ in der Pflege, der sich seit einigen Jahrzehnten im Zugzwang neuer gesellschaftlicher und gesundheitspolitischer Rahmenbedingungen bundesweit entfaltet (1). Das neue Paradigma umfasst insbesondere selbstverantwortliches Handeln, die Integration wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis, die eigenständige Einschätzung pflegerischer Bedürfnisse, und die eigenständige Durchführung anspruchsvoller edukativer Interventionen. Als Frau Reinery 1986 die PDL übernahm, hieß der Aufenthalt an einer Rehabilitationsklinik noch „Kur“ und die Ansprüche an den Pflegedienst waren entsprechend niedriger im heutigen Vergleich. Jedoch war für sie zu dem Zeitpunkt schon der Paradigmenwechsel vorauszusehen. Sie hat wichtige Erneuerungen in Pflegeprozessen eingeleitet, welche eine stetige Professionalisierung und Kompetenzerweiterung des Pflegedienstes vorantrieben. Einige wichtige Beispiele sind die vollkommen neue Pflegedokumentation, die Fortbildungsplanung sowie das Hygiene-Management. Im Juni 2007 erarbeitete Frau Reinery eigenständig das für die Berolina Klinik neue spezifische Pflegekonzept. Auch der vertrauensvolle Umgang mit Patienten als Kernkompetenz der Pflege wurde im Team nie vernachlässigt. Der Pflegedienst steht am häufigsten mit den Patienten in Kontakt und bildet somit eine wichtige, wenn nicht die wichtigste Schnittstelle zwischen Rehabilitand und allen Beteiligten im Behandlungsprozess. Seine Arbeit erfordert neben der notwendigen Fachkompetenz vor allen Dingen auch Freundlichkeit, Empathie, Menschenkenntnis und Geduld. Alle diese Punkte zeichneten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Pflegedienstes unter der Leitung von Frau Gisela Reinery im Besonderen aus. Die Ergebnisse der internen Patientenzufriedenheitsbefragungen machen dieses schon seit Jahren kontinuierlich und ohne Abweichungen deutlich. In der Benotungsskala von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) wurden sehr gute Ergebnisse zwischen 1,5 und 1,9 erreicht. Frau Reinery hinterlässt der Berolina Klinik ein Pflegeteam, das sich durch hohe Professionalität in jeder Hinsicht und hohe Beliebtheit unter den Patienten auszeichnet. Diese Leistung ist umso beachtlicher, da sie im Kontext des Wachstums (13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Jahr 1986, heute 23) vollzogen wurde. Ihr gebührt ein großer Dank. Die neue Pflegedienstleiterin der Berolina Klinik seit dem 1. September ist Schwester Gordana Milutinovic. Sie arbeitet seit 1992 in der Berolina Klinik. Ihre vierjährige Basisausbildung und dreijähriges Studium hat sie in Kragujevac und Ljubljana (damaliges Jugoslawien) abgeschlossen. Für Frau Milutinovic ist die psychosomatische Pflege seit vielen Jahren das Hauptinteressensgebiet. Sie begegnet jetzt ihrer neuen Herausforderung mit langjähriger Erfahrung, pflegerischer Kompetenz und großer Energie. Literatur: (1) Schulz, M. Neuorientierung und Paradigmenwechsel. Psychiatrische Pflege im Umbruch. Psych Pflege 2005; 11: 256-263. 

Prof. S. Stock Gissendanner, M. Schwarze, S. Morshuis, R. Süllwold, Prof. Dr. G. Schmid-Ott


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