Die Wechseljahresberatung in der Berolina Klinik

Autorin: Petra Kixmöller-Süllwold
Stabsstelle für Gleichstellung und Migration, Berolina Klinik

Die Wechseljahresberatung der Berolina Klinik ist ein offenes Angebot für alle Patientinnen und Mitarbeiterinnen. Sie dient der Klärung von Fragen und Problemen, die sich im Zusammenhang mit den Wechseljahren ergeben können. In der Einzelberatung beantworte ich Fragen zum Thema und vermittele Grundwissen. Außerdem unterstütze ich bei der gemeinsamen Suche nach Lösungswegen, damit Patientinnen ihre Situation eigenverantwortlich verbessern können. Bei Fragen, die in der Beratung nicht ausreichend geklärt werden können, werden sowohl geeignete AnsprechpartnerInnen in der Klinik als auch extern empfohlen.
Die Ergebnisse der FReha-Studie der Universität Potsdam in dieser Ausgabe des IREHA-Rundbriefes bestätigen, was ich in meiner täglichen Beratungsarbeit erlebe. Wechseljahresbeschwerden sind auch in der orthopädischen Rehabilitation präsent und sie werden noch zu selten angesprochen. Dass viele Patientinnen das Thema aus Schamgefühl nicht von sich aus einbringen, obwohl es sie belastet, ist ein Befund, der mich nicht überrascht, aber der zum Handeln auffordert.
 
Die Berolina Klinik hat die offene Kommunikation über die Wechseljahre seit Jahren als Teil ihrer Behandlungskultur verankert. Meine Sprechstunde steht allen Patientinnen und Mitarbeiterinnen offen. Körperliche Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Gewichtsprobleme und „Brain Fog“ (Gehirnnebel) sind häufige Themen. Daneben geht es aber oft um psychische Belastungen, die schwerer zu benennen sind: das Gefühl, dass einem alles zu viel wird, Veränderungen in der Partnerschaft, die oft nachlassende Libido, der Auszug der Kinder, pflegebedürftig werdende Eltern usw.  Auch Generationenkonflikte im Berufsalltag sind häufig Thema. Oder die grundsätzliche Frage: War das schon alles, was kommt jetzt? Für genau diese Themen braucht es Raum und eine Atmosphäre, in der sich die Patientinnen gut aufgehoben fühlen und wo sie ernst genommen werden.
Die Studie bestätigt uns, dass wir auf einem guten Weg sind und bereits Bedarfe der Patientinnen bezüglich der Wechseljahre abdecken. Dennoch zeigt die Studie auch, wie wichtig eine individuelle Beratung und Therapie ist und stellt auch für uns weiteren Handlungsbedarf dar. Die Frage nach Wechseljahresbeschwerden sollte in der ärztlichen Anamnese und in der Ernährungsberatung als selbstverständlicher Bestandteil noch konsequenter, routinemäßiger und vor allem respektvoll gestellt werden. Darüber hinaus könnten wir ein geschlechtsspezifisches Gruppensetting anbieten, wo die oben genannten Beschwerden und Themen noch ausführlicher behandelt und diskutiert werden, denn auch ein Austausch von betroffenen Frauen kann sehr unterstützend sein. Wünschenswert wäre, dass das Thema im beruflichen Umfeld mehr Beachtung findet.
 

Ihr Kontakt zu IREHA

 
Adresse/Ansprechpartner:
IREHA – Institut für Innovative Rehabilitation
 
Ärztlicher Leiter: 
Prof. Dr. med. Gerhard Schmid-Ott
Kontakt/Sekretariat:
Frau Verena Linnenkamp
Koblenzer Straße 1
D-32584 Löhne/Bad Oeynhausen
Telefon +49 (0) 5731-782752
E-Mail: v.linnenkamp@berolinaklinik.de

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